Keep Android Open!

Veröffentlicht am
16.6.2026

Keep Android Open!

Zugegeben, die Beschreibung dieses Blogeintrags klingt etwas hart, aber sie fasst die derzeitigen Pläne von Google perfekt zusammen. Android ist freie Software und nutzt als Basis einen Linux-Kernel. Allerdings werden die meisten Android-Geräte mit proprietärer Software des Herstellers oder von Google direkt mit ausgeliefert. Das kennen wir ja schon aus der Windows-Welt und der sachkundige Nutzer kann die unerwünschten Apps deinstallieren, sofern der Hersteller es überhaupt zulässt. Nun möchte Google einen Schritt weiter gehen und hat im August vergangenen Jahres eine neue Bedingung angekündigt: Ab September 2026 muss sich jeder Android-App-Entwickler zentral bei Google anmelden, bevor seine oder ihre Software auf einem Gerät installiert werden kann. Das gilt hierbei nicht nur für Apps aus dem Playstore, sondern auch für freie Apps unter F-Droid oder die persönlichen Apps, die man im Rahmen eines Tutorials entwickelt hat. Das wäre an sich ja noch zähneknirschend zu verkraften, wenn da nicht die folgenden Bedingungen für die Registrierung wären:

  • Gebühr an Google
  • Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen
  • Abgabe eines amtlichen Ausweises
  • Nachweis des privaten Signaturschlüssels
  • Auflistung aller aktuellen und zukünftigen App-Bezeichner

Wenn sich ein Entwickler nicht daran hält, werden seine Apps auf allen Android-Geräten weltweit gesperrt.

Natürlich gibt es für so genannte Power-User die Möglichkeit, diese Sperre zu umgehen. Aber sie ist äußerst unschön und unbequem:

  • Öffne die Systemeinstellungen und suche nach den Entwickleroptionen
  • Tippe sieben Mal auf die Build-Nummer, um den Entwicklermodus zu aktivieren
  • Ignoriere die Angstmacherei bezüglich Zwang
  • Gebe Deine PIN ein
  • Starte des Gerät neu
  • Warte 24 Stunden (!)
  • Komme zurück und blende weitere Angstbildschirme aus
  • Wähle “vorübergehend erlauben” (7 Tage) oder “unbegrenzt erlauben”
  • Bestätige, dass Du “die Risiken” verstehst

Und das, um nur eine einfache Software auf deinem Gerät zu installieren. Dieser Ablauf findet auch nicht über Android selber statt, sondern über die Google Play Dienste. Somit kann Google dies jederzeit ändern, einschränken oder ganz abschalten. Ohne Zustimmung des Nutzers natürlich.

Weitere Informationen gibt es unter keepandrodopen.org. Inzwischen wurde auch eine Petition ins Leben gerufen, die bereits über 180.000 Unterschriften gesammelt hat.